Die Sprachen Sauerweins

Die Liste gibt die 52 Sprachen wieder, die Sauerwein in seinen Schriften verwendet hat. Die Liste ist dem Aufsatz von Roland Marti entnommen.

Altnordisch

Germanische Sprache der Einwohner Skandinaviens vor der Aufspaltung in die nordischen Einzelsprachen. Altnordisch wurde auch als Sammelbegriff für die Literatursprachen Altdänisch, Altschwedisch, Altnorwegisch und Altisländisch gebraucht, die sich ab dem 9. Jh. unserer Zeit von einander differenzierten.

Amharisch

Semitische Sprache der Bevölkerung des zentralen Hochlands Äthiopiens, den Amharen. Seit dem 20. Jahrhundert offizielle Staatssprache Äthiopiens. Amharisch löste die Sprache Ge’ez ab.

Arabisch

Arabisch gehört zu den semitischen Sprachen und teilt sich in stark differierende Mundarten. Gemeinsame Grundlage ist die arabische Hochsprache, die in der Schule gelehrt wird und als Schriftsprache dient. Arabisch wird in den arabischen Staaten und als Minderheitensprache in den Nachfolgestaaten der UdSSR, Afghanistan, Persien und der Osttürkei gesprochen. Die Verbreitung der Sprache ist stark an die Ausbreitung des Islams geknüpft.

Armenisch

Eigener Zweig innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert in eigener Schrift überliefert wird. Sie wird in drei Epochen geschieden: Klassisches Armenisch (Grabar, 5. Jh.), Mittelarmenisch (11.. 17. Jh.) und Neuarmenisch. Das klassische Armenisch wird teilweise als Schriftsprache im kirchlichen Bereich heute noch verwendet. Man unterscheidet zwei Dialekte: Ostarmenisch, die offizielle Sprache in der Republik Armenien, und Westarmenisch, das in Anatolien beheimatet war.

Aserbaidschanisch

Aserbaidschanisch gehört zu den südwesttürkischen Sprachen innerhalb der Familie der Turksprachen. Nordaserbaidschanisch wird im Kaukasus und der Ost-Türkei gesprochen und ist die Staatssprache der Republik Aserbaidschan. Südaserbaidschanisch (Aseri) ist im Iran verbreitet und dort die meistgesprochene südtürkische Sprache. Geschrieben wurde Aserbaidschanisch ursprünglich in arabischer Schrift. 1923 wurde in der sowjetischen Republik Aserbaidschan auf lateinische Schrift und 1940 auf kyrillische Schrift umgestellt. 1993 wurde wieder die lateinische Schrift (modifiziert) eingeführt. Die Aseris im Iran und Irak blieben bei der arabischen Schrift

Bulgarisch

Bulgarisch gehört zu den (süd)slawischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie und nicht zu den bulgarischen Sprachen, die zu den Turksprachen (altaiische Sprachfamilie) gehören. Die turkstämmigen Proto-Bulgaren vermischten sich mit den südslawischen Stämmen und gingen in ihnen auf, behielten jedoch ihren Namen (Bulgaren). Die in anderen Gebieten beheimateten turkstämmigen Bulgaren behielten ihre Sprache bei. Die neubulgarische Standardsprache bildete sich erst im 19. Jh.

Chinesisch

Die chinesischen Sprachen sind eine Untergruppe der sino-tibetischen Sprachfamilie. Die einzelnen „Dialekte“ (Sprachen) weichen stark voneinander ab. Die Abweichungen sind teilweise so groß, dass sich die Sprecher untereinander nicht verstehen. Es werden folgende Dialektgruppen unterschieden: Mandarin, Gan, Nord- und Süd-Min, Hakka, Xiang und Yue. Klassisch wird unter Chinesisch die Hochsprache Putinghua (Mandarin) verstanden, die offizielle Amtssprache der Volksrepublik China und Republik China (Taiwan).

Dänisch

Dänisch entwickelte sich aus der altnordischen Sprache und gehört zu den nordgermanischen Sprachen (indoeuropäische Sprachen). Wie bei anderen Sprachen zerfällt Dänisch in Dialekte, deren Bedeutung jedoch abnimmt. Gesprochen wird Dänisch in Dänemark (Staatssprache), auf den Färöer-Inseln (Zweitsprache), in Grönland (Zweitsprache) und Schleswig-Holstein (Minderheitensprache).

Englisch

Dem Friesischen, Niederländischen und Deutschen sehr nah stehende westgermanische Sprache (indogermanische Sprachfamilie), die sich nach der Eroberung Englands im 5. Jh. durch Angeln, Sachsen und Jüten herausbildete. Dabei werden drei Perioden unterschieden: Altenglisch (450- 1100), Mittelenglisch (1100-1500), Frühneuenglisch (1500-1700) und Neuenglisch (ab 1700). Englisch ist die meist verbreitete Fremdsprache und in 45 Staaten Amtssprache.

Finnisch

Suomi, wie die Eigenbezeichnung der finnischen Sprache lautet, ist eine finno-ugrische Sprache (Uralische Sprachenfamilie) und ist mit der estnischen Sprache eng verwandt. Sie ist Amtssprache in Finnland und in Kareline (Russland). Die genaue Entwicklung der Sprache scheint unbekannt; vermutlich sonderte sie sich um 1000 vor unserer Zeit vom Samischen ab. Jedoch entwickelte sich eine einheitliche Sprache erst in der Neuzeit, da in Finnland Schwedisch als Verwaltungs- und Kultursprache durch die schwedische Herrschaft in Gebrauch war. Durch die Abwendung vom Katholizismus in der Reformation erfuhr die finnische Sprache, um genau zu sein der südwestfinnische Dialekt der Varsinaissuomalaiset oder „eigentlichen Finnen“, die Verschriftung (16. Jh.). Mit dem Erstarken des finnischen Nationalbewusstseins und der Eroberung Finnlands durch die Russen im 19. Jh. konnte sich Finnisch als Sprache etablieren. Sie wurde 1863 offizielle Amtssprache.

Französisch

Französisch ist eine galloromanische Sprache (indogermanische Sprachfamilie, italische Untergruppe) zu denen zwei Gruppen gehören: „langue dóil“ (Französisch) mit den Sprachen Gallo (oder Bretonisch), Wallonisch, Picardisch und Lothringisch und „langues d’oc“ mit den Sprachen Provenzialisch, Languedokisch und Gaskognisch. Durch die Eroberung der Römer (122 bis 58 vor unserer Zeit) verbreitete sich die lateinische Sprache in Frankreich (Gallien) und ersetzte in Form eines Vulgärlateins das Festlandkeltisch. Dies dauerte bis ins 4. Jh. unserer Zeit. Aus diesem, vom keltischen geprägten Vulgärlatein entwickelte sich die französische Sprache in drei Epochen: Altfranzösisch (bis circa 1350), Mittelfranzösisch (bis circa Anfang 1600) und Neufranzösisch. Französisch war die Sprache der Diplomatie und des Hochadels. Französisch ist in 29 Ländern Amtssprache.

Gälisch

Gälisch, oder um genauer zu sein Schottisch-Gälisch, wurde um 600 durch irische Auswanderer nach Schottland gebracht und verbreitete sich bis zum 9. Jh. in Schottland. Es gehört zum godelischen Zweig der (insel)keltischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie). Durch die zunehmende Anglisierung Schottlands verlor Schottisch-Gälisch an Bedeutung und wird fast nur noch auf den äußeren Hebrieden und wenigen Teilen Schottlands gesprochen.

Griechisch (alt)

Griechisch bildet einen eigenen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und stammt vermutlich von der indogermanischen Ursprache ab. Die Griechen wanderten vermutlich 2000 vor unserer Zeit in das Gebiet des heutigen Griechenlands ein und trafen dort auf die Pelasger. Die Sprache der Pelasger verschwand, hinterließ jedoch Spuren im Griechischen. Die ersten Hinweise auf die Verschriftung der griechischen Sprache findet sich auf kretischen Schrifttafeln in Linear B in der mykenischen Periode (1500- 1150 vor unserer Zeit) der griechischen Sprache. Die anderen Perioden sind Altgriechisch (800 vor unserer Zeit bis 300 unserer Zeit), Mittelgriechisch (3.- 15. Jh.) und Neugriechisch. Die griechische Schrift entwickelte sich im 9. Jh. vor unserer Zeit aus dem Phönizischen.

Griechisch (neu)

Neugriechisch entwickelte sich aus ionisch-attischen Dialekten des Altgriechischen. Die Schrift entspricht weitgehend dem Altgriechischen. Es werden zwei Sprachstandards des Neugriechischen unterschieden: Katharevussa und Dhimotiki. Katharevussa (die Gereinigte) ist eine Hochsprache oder auch künstliche Sprache, die bis 1975 Amtssprache in Griechenland war. Sie wurde 1975 von der Dhimotiki, der Volkssprache, als Amtssprache abgelöst und spielt heute keine Rolle mehr. Griechisch ist Amtssprache in Griechenland und Zypern (griechischsprachiger Teil).

Hebräisch

Hebräisch stellt eine geschichtliche Besonderheit dar. Als (nordwest)semitische Sprache in der Sprachfamilie der afroasiatischen Sprachen wurde sie ab 200 Jh. u. Z nicht mehr gesprochen und im 5. Jh. als Schriftsprache aufgegeben. Hebräisch wurde im Alltag durch Aramäisch verdrängt, lebte jedoch als Sprache in Religion und Wissenschaft fort und entwickelte sich weiter. Es werden drei Perioden unterschieden: Althebräisch (12. Jh. v. u. Z.- 5. Jh. u. Z.), Mittelhebräisch (5. Jh.- 19. Jh.) und Neuhebräisch. Neuhebräisch (auch Ivrit) wurde im 19. Jh., nach fast 1700 Jahren als Umgangssprache wiederbelebt. 1913 wurde durch eine jüdische Bewegung um E. Ben Yehuda Ivrit Unterrichtssprache in Palästina und 1922 offizielle Sprache Palästinas (unter britischem Mandat). Mit der Gründung Israels im Jahr 1948 wurde Ivrit zur Staatssprache. Ursprünglich wurde Hebräisch mit phönizischen Buchstaben geschrieben (1000 v. u. Z.). Daraus entwickelte sich im 9. Jh. v. u. Z. die hebräische Schrift. Seit dem 3. Jh. wird jedoch die aus der aramäischen Schrift entwickelte Quadratschrift benutzt.

Hindi

Hindi ist die seit 1965 Amtssprache in Indien und gehört zur indogermanischen Sprachfamilie. Hindi ist die zweit häufigst gesprochene Sprache dieser Welt.

Irisch-Gälisch

Wie das Schottisch-Gälisch und Manx gehört Irisch-Gälisch, auch Gaeilge, der goidelischen Sprachgruppe der keltischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie) an. Genauere Datierungen bezüglich der Ursprünge sind nicht möglich. Jedoch geht man durch die Ogam-Inschriften (Ogam= Schrift die zur Beschriftung von Menhiren genutzt wurde) vom 4.- bis 8. Jh. aus. Die Entwicklung des Irisch-Gälischen wurde durch die Eroberungen der Normannen (ab 1196) nachhaltig gestört. Die englischen Eroberer setzten mit der Zeit den Gebrauch des Englischen durch. Irisch-Gälisch ist heute zwar die Staatssprache Irlands, jedoch wird sie nur noch in der Gaeltach (westliche Randgebiete Irlands) gesprochen.

Isländisch

Isländisch hat sich im Laufe der Geschichte kaum verändert. Es werden nur zwei Epochen dieser germanischen, westnordischen Sprache (indogermanische Sprachfamilie) unterschieden: Altisländisch (9.- 16. Jh.) und Neuisländisch. So ist es heute möglich, dass Texte aus dem 13. Jahrhundert von isländisch sprechenden Personen gelesen und verstanden werden. Zwar gab es auch im Isländischen Einflüsse von Außen, hier durch die Abhängigkeit von Dänemark; diese wurden jedoch wieder aus der Sprache herausgenommen. Auch heute noch werden Fremdeinflüsse von der Sprache fern gehalten, in dem für Fremdwörter eigene Wörter kreiert werden.

Italienisch

Wie auch das Französische entstand die italienische Sprache aus einem Vulgärlatein. Sie ist eine romanische Sprache (indogermanische Sprachfamilie, italische Gruppe). Das heutige Italienisch entwickelte sich auf der Basis des spätmittelalterlichen Florentinisch vornehmlich durch Schriftsteller wie Dante, wurde aber erst ab dem 19. Jh. mit der Vereinigung Italiens einheitlich in Italien gesprochen. Vorher diente es lediglich als Verkehrssprache in Italien, da die üblichen Regionaldialekte stark voneinander differierten und untereinander unverständlich waren. Italienisch ist in Italien, in San Marino, in der Schweiz und im Vatikan Amtssprache.

Kabylisch

Das zu den Berbersprachen gehörende Kabylisch (afroasiatische Sprachfamilie) ist in Nordalgerien beheimatet. Kabylisch ist keine offizielle Amtssprache, es gibt jedoch seit dem Ende des 20. Jh. eine eigene kabyllische Literatur. Kabylisch wird teilweise in lateinischer und arabischer Schrift geschrieben. Anfang der 70er Jahre gab es Bestrebungen die Tifinagh-Schrift (Schrift der Tourareg) einzuführen.

Kornisch

Kornisch, die Eigenbezeichnung lautet Kernewek, gehört zum britannischen Zweig der (insel)keltischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie und war in Cornwall verbreitet. Es werden mehrere Perioden der Sprachentwicklung unterschieden: Frühkornisch (600- 900 u. Z.), Altkornisch (900- 1200 u. Z.), Mittelkornisch (1200-1600 u. Z.), Spätkornisch (1600 u. Z). Während der frühkornischen Perioden differenzierte sich das Kornische vom Walisischen durch räumliche Trennung, hervorgerufen durch die Angelsachsen, und entwickelte sich in der altkornischen Periode weiter. Die mittelkornische Periode bildet wohl die Blütezeit dieser Sprache in Literatur wie Glossen, Heiligenlegenden oder Mysterienspielen und Verbreitung (Sprecherzahl). In der spätkornischen Epoche nahm die Zahl der Sprecher dramatisch ab, zudem verfiel die kornische Sprache (Wortreichtum, Grammatik etc.). Sie starb im 18. Jh. vollständig aus. Anfang des 19. Jh. wurde das Kornische wieder entdeckt und mittels verschiedener Ansätze rekonstruiert. So entstanden vier Varianten, die sich entweder am Mittelkornischen unter zu Hilfenahme des Bretonischen oder am Spätkornischen orientiert.

Kumykisch

Kumykisch ist die westtürkische Sprache (Turksprachen) der Kumyken, einem ursprünglich den Kaukasus beherrschendes Volk. Es wird in östlichen Teil des Nordkaukasus gesprochen und war lange die „lingua franca“ der Region. Die Kumyken leben in den russischen Republiken Dagestan, Tschetschenien und Ingutschetien.

Lappisch

Lappisch oder Samisch ist eine uralische Sprache (finno-ugrische Sprachfamilie) und wird in den nördlichen Teilen Norwegens, Schwedens, Finnlands und auf der Kola-Halbinsel gesprochen. Es gibt 11 samische Sprachen bzw. Dialekte, die in die Gruppen West-Sami und Ost-Sami geteilt werden. Jedoch Lappsich auch in die drei Gruppen Ostsamisch, Zentralsamisch und Südsamisch geteilt werden. Von den 11 Dialekten sind 5 schon fast ausgestorben und 1 (Kemi) ausgestorben. Der meistgesprochene Dialekt (Sprache) ist Nord-Sami (Norwegisch-Sami). Die Verbreitungsgebiete der Dialekte sind unabhängig von Staatsgrenzen. Die Verschriftung (Schweden) geht auf das 17 Jh. zurück. Alle samischen Sprachen werden, mit Ausnahme des Kildin-Sami, das kyrillische Buchstaben nutzt, mit lateinischen Buchstaben und diakritischen Zeichen geschrieben.

Lateinisch

Durch den Aufstieg Roms gewann der ursprüngliche Stadtdialekt Roms, der von eng verwandten ländlichen Dialekten umgeben war (Latium), in Italien und anderen Gebieten an Bedeutung. Lateinisch verdrängte zunehmend die anderen italischen Sprachen. Neben Lateinisch war Griechisch Amtssprache im römischen Reich und beeinflusste das Lateinische stark. Nach der Epoche des Altlateins (6. Jh. v. u. Z- 1. Jh. v. u. Z) und der Epoche des klassischen Lateins (1. Jh. v. u. Z. bis 2. Jh. bzw. 5. Jh. u. Z. (Schriftnorm)) begann die Epoche des Mittellateinischen (6. Jh. u. Z.), die als Wissenschafts-, Kirchen- und Diplomatiesprache diente. Vermutlich war jedoch das Vulgärlatein schon in der klassischen Epoche des Lateins Volkssprache und Latein lediglich Hochsprache. Vulgärlatein war eine sehr inhomogene Sprache und differierte stark je nach Region und Zeit, also eher ein sprachliches Gebilde als eine eigene Sprache. Lateinisch gehört zu den italischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie) und wird nur noch im Vatikan als Amtssprache genutzt.

Litauisch

Die litauische Sprache spaltete sich im 7. oder 8. Jh. von der lettischen Sprache ab. Sie gehört, genau wie das Altpreußische und Lettische den baltischen Sprachen in der indogermanischen Sprachfamilie an. Sie soll von den europäischen Sprachen dem indischen Zweig am nächsten Verwandt sein. Die ältesten schriftliche Zeugnisse stammen aus dem 16. Jh. Litauisch ist Amtssprache in Litauen; weitere Sprecher Leben in Weißrussland, Lettland und Polen.

Madagassisch

Das auf Madagaskar, Réunion und den Komoren gesprochene Malagasy (oder auch Malgache) wurde vermutlich von indonesischen Einwanderern um 450 u. Z. oder um 7. Jh. u. Z. eingeführt. Malagasy gehört innerhalb der austronesischen Sprachfamilie zur Südost-Barito-Subgruppe ((West)-Malayo-Polynesisch) und besitzt viel Lehngut aus dem Bantu, Swahili, Arabischen, Französischen und Englischen.

Malaiisch

Wie auch das Malagasy gehört Malaiisch (Bahasa Melayu) zur (west-)austronesischen Sprachfamilie (Sundasprachen, malaiische Subgruppe). Es ist Amtssprache im Königreich Malaysia, Singapur und Brunei. Aus dem Malaiischen entwickelte sich das Indonesische (Bahasa Indonesia). Die ersten Schriften stammen aus dem 7. Jh. u. Z. in südindischer Palavi-Schrift. Später wurde überwiegen mit arabischen Schriftzeichen geschrieben, im 20. Jh. wurde die Schrift lateinisiert.

Manx

Manx-Gälisch, oder auch Gaelg Vanninagh, gehört zu den goidelischen Sprachen der (insel)keltische Gruppe. Es wurde ausschließlich auf der Insel Manx gesprochen und geriet durch die Anektion Englands 1765 unter Druck. Wie auch in Irland wurde die Anglisierung voran getrieben; Industrialisierung, Handel und Tourismus taten ihr übriges. Im Jahr 1974 starb der letzte Manx-Sprechende (Ned Madrell). 1946 gab es bereits nur noch 20 Muttersprachler. Heute werden Manx-Kurse wieder in der Schule angeboten; es gibt sogar wieder Schulen, in denen Manx Unterrichtssprache ist.

Niederdeutsch

Das Plattdüütsch (Niederdeutsch) ist eine Sammelbezeichnung aller Dialekte des Deutschen, die nicht die zweite Lautverschiebung des Deutschen „mitgemacht“ haben und gehört zu den west-germanischen Sprachen. Es werden folgende Dialektverbände unterschieden: Nordniederdeutsch, Westfälisch, Ostfälisch, Mecklenburg-Vorpommersch, Brandenburgisch, Mittelpommersch, Ostpommersch und Niederpreußisch.
 Durch die Eroberungen bzw. Wanderungen der Sachsen verbreitete sich das Niederdeutsche (Altsächsische) über Holstein, Niedersachsen, Westfalen und den östlichen Niederlanden um später während der Ostkolonisation nach Osten schon in Form des Mittelniederdeutschen Verbreitung zu finden. Epochen: Altniederdeutsch (Altsächsich, um 800 bis ins 12. Jh.) und Mittelniederdeutsch (13. Jh. bis etwa 1600). Niederdeutsch war die lingua france des Nord- und Osteeraums und Sprache der Hanse. Ab dem 17. Jh. verlor jedoch das Niederdeutsche an Bedeutung und wurde vom Hochdeutschen als Umgangssprache verdrängt und zum Dialekt „de-gradiert“.

Niederländisch

Niederländisch gehört zu dem niederfränkischen Zweig der niederdeutschen Sprachgruppe und ist eine (west)germanische Sprache (indogermanische Sprachfamilie). Den anderen Zweig der niederdeutschen Sprachguppe bildet das Plattdütsche. Häufig wird auch der Begriff „Holländisch“ für Niederländisch benutzt, jedoch trifft diese Bezeichnung nur für die nördlichen niederländischen Dialekte zu. Aus diesen Dialekten entwickelte sich das moderne Niederländisch, beeinflusst vom Flämischen und Frühneuhochdeutschen. Es werden drei Epochen in der Sprachgechichte unterschieden: Altniederländisch (Altfränkisch, ca. 800- 1100), Mittelniederländisch (Dütsch, ca. 1100 bis 1500) und Neuniederländisch (Mittelniederdeutsch). Niederländisch ist Amtssprache im Königreich der Niederlande, Surinam, Niederländische Antillen, Aruba (beide gehören zu den Niederlanden) und Belgien (Flandern).

 Niedersorbisch

Im Rahmen der Völkerwanderung (6. Jh.) kamen die Sorben in die Lausitz (Bundesländer Sachsen und Brandenburg) und brachten ihre Sprache Sorbisch (Serbski, auch Wendisch) mit. Es werden, nach den zwei Dialekten Niedersorbisch (Dolnoserbski) und Obersorbisch (Hornjo-serbski) zwei gleichnamige Schriftsprachen unterschieden. Während Niedersorbisch dem Polnischen nahe steht, orientiert sich das Oberserbische am Tschechischen. Diese (west)slawische Sprache aus der indogermanischen Sprache wurde immer mehr von Deutschen (ab dem 12. Jh.) verdrängt und ist in Ihrem Bestand gefährdet. Sie bildet in ihrer Sprachfamilie die kleinste noch lebendige Sprache.

Norwegisch (Bokmål)

Bokmål (Buchsprache) ist eigentlich kein Norwegisch im eigentlichen Sinne, sondern eine norwegisierte Variante des Dänischen. Bokmål wird jedoch mit dem Norwegischen oft gleichgesetzt und ist die vorherrschende Variante. Mehr zur Geschichte bei Norwegisch (Nynorsk).

Norwegisch (Nynorsk)

Die norwegische Sprache gehört zu den (nord)germanischen Sprachen innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie. Lange Zeit gab es keine einheitliche Entwicklung einer gemeinsamen Sprache im Sinne einer Hochsprache. Die sich aus dem Altnordischen entwickelnde Sprache zerfiel in viele Dialekte. Dies wurde noch durch die Topographie Norwegens unterstützt. Die einzelnen Dörfer lagen oft sehr weit auseinander, so dass sprachlich kaum Austausch stattfand. Zudem war Norwegen von 1387 bis 1814 mit Dänemark (vom 1397-1523 auch mit Schweden) vereinigt und löste sich erst 1905 endgültig von Dänemark. Dänisch war Amtssprache und wurde überwiegend in den Städten gesprochen. Auf dem Land wurden jedoch die Dialekte weiter gesprochen. Um 1850 entwickelte Ivar Aasen aus den westlichnorwegischen Dialekten das Landsmål. Daher gab es zwei Sprachformen: Landsmål (Landessprache) und Riksmål. Beide wurden 1929 umbenannt: Landsmål in Nynorsk und Riksmål in Bokmål. Während Bokmål von der Mehrheit gesprochen und geschrieben wird, konnte sich Landsmål nie richtig durchsetzen. Es fand nur in den schon norwegischen Dialektgebieten Verbreitung. Beide Formen sind Amts- und Unterrichtssprache in Norwegen.

Obersorbisch

Im Rahmen der Völkerwanderung (6. Jh.) kamen die Sorben in die Lausitz (Bundesländer Sachsen und Brandenburg) und brachten ihre Sprache Sorbisch (Serbski, auch Wendisch) mit. Es werden, nach den zwei Dialekten Niedersorbisch (Dolnoserbski) und Obersorbisch (Hornjoserbski) zwei gleichnamige Schriftsprachen unterschieden. Während Niedersorbisch dem Polnischen nahe steht, orientiert sich das Oberserbische am Tschechischen. Diese (west)slawische Sprache aus der indogermanischen Sprache wurde immer mehr von Deutschen (ab dem 12. Jh.) verdrängt und ist in Ihrem Bestand gefährdet. Sie bildet in ihrer Sprachfamilie die kleinste noch lebendige Sprache.

Persisch

Farsi oder Dari, so die Eigenbezeichnungen des Persischen, gehört zu den (indo)iranischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie. Es werden drei Epochen der Sprachgeschichte iranischer Sprachen unterschieden: Altiranisch (bis 100 v. u. Z.), Mitteliranisch (100 v u. Z. bis etwa 900 u. Z.) Neuiranisch (ab 900 u. Z.). Das Altpersische findet sich in Keilschriften der achämidischen Könige des Irans; das Mittelpersische war Staatssprache des Sasanidenreichs (3.- 7. Jh. und ist in religiösen Texten in einer eigenen, dem Aramäischen entnommenen Schrift geschrieben. Später wurde in dieser Epoche auch die mänichäische Schrift genutzt. Das Neupersische wird mit arabischer Schrift (Dari) geschrieben. Der Begriff „Dari“ bezieht sich auf eine eigenständige Schriftsprache, auf der die gesprochenen Sprachen basieren. Persisch ist Amtssprache in Afghanistan, Iran und Tadschikistan.

Polnisch

Die ersten Zeugnisse der polnischen Sprache stammen aus dem 12. Jh. Eine eigene polnische Literatursprache entwickelte sich erst durch das Zurückdrängen des Lateinischen. Diese Entwicklung wurde durch die Aufteilung Polens zwischen Deutschland und Russland nach 1850 gebremst. Polnisch ist als (west)slawische Sprache (indogermanische Sprachfamilie) mit dem Kaschubischen, Tschechischem und Sorbischen (Obersorbisch) verwandt. Polnisch ist Amtssprache in Polen.

Portugiesisch

Portugiesisch entwickelte sich, wie die anderen (ibero)romanischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie) aus einem durch die römischen Invasoren eingeführtem Vulgärlatein. Der durch die maurische Invasion entstandene romanische Mischdialekt Mozarabisch (mit arabischen Buchstaben geschrieben) war vorherrschend in Portugal. In der ehemaligen römischen Provinz Lusitanien, die in Lusitanien und Galizien zerfiel, entstanden eigene Dialekte, aus denen sich das moderne Portugiesisch entwickelte. Diese ursprünglich nur gesprochenen Sprachen erfuhren im 12. Jh. ihre Verschriftung und konnten sich mit dem erstarken Portugals als eigenständige Nation und dem Vertreiben der Mauren als Amtssprache durchsetzen. Es gibt vier Hauptdialekte und drei südliche Dialekte sowie Insel- und Überseedialekte. Portugiesisch ist Amtssprache in Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik, Guinea-Bissau, Kap Verde, Sao Tomé und Principe, Timor-Leste und Macau.

Russisch

Die ersten Schriftzeugnisse des Russischen sind Mitte des 11. Jh. zu finden. Diese Zeugnisse beruhen auf dem Kirchenslawisch, einer geplanten (Schrift-)Sprache, die durch die Missionierung Russlands in Gebrauch gekommen ist und parallel zu den Phasen des Russischen (Altrussisch, Gemeinostslavisch und Großrussisch bis Ende des 17. Jh. genutzt wurde. Das heute gesprochene Russisch geht aus um Moskau gesprochenen mittelgroßrussischen Dialekten hervor. In der UdSSR diente das Russische als Verkehrssprache und wurde bei den Muttersprachlern der änderssprachigen Unionsrepubliken als Zweitsprache gelehrt. Jedoch gab es Tendenzen zur Verdrängung der Muttersprache. Russisch ist Amtssprache in Russland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan (regional) und Ukraine. Die russische Sprache gehört zum (ost)slawischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie.

Samoanisch

Samoanisch ist eine (kern)polynesische Sprache innerhalb der (ost)austronesischen Sprachfamilie und wird in Samoa und Amerikanisch-Samoa gesprochen.

Sanskrit

Das vedische Sanskrit, in dem die vier heiligen Texte (Veden) der Hindus geschrieben sind, ist die archaische Form des Altindischen. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse stammen vermutlich aus dem 2. Jh. v. u. Z. Durch Normierung des Altindischen entstand im 4. Jh. v. u. Z. das klassische Sanskrit. Sanskrit ist eine überwiegend im sakralen und gelehrten Kontext benutzte Sprache (Brahmanensprache) und keine Umgangssprache. Jedoch können viele indoarische Sprachen ihre Wurzeln auf Sanskrit zurückführen. Das Hindi benutzt zahlreiche Lehnwörter aus dem Sanskrit und wird auch mittels der Devangari-Schrift geschrieben

 Schwedisch

Schwedisch ist eine (nord)germanische Sprache der indogermanischen Sprachfamilie. Es werden nur zwei Entwicklungsstufen unterschieden: Altschwedisch (800- Mitte 16. Jh.) und Neuschwedisch. Schwedisch ist Amtssprache in Schweden und Finnland. Die ältesten Sprachdokumente stammen aus dem 9.- 13. Jh. (Runeninschriften).

 Serbisch

Serbisch ist eng verwandt mit der kroatischen und bosnischen Sprache, die früher unter dem Begriff „Serbokroatisch“ zusammengefasst wurden. Die Differenzierung dieser Sprachen ist gering, so dass sich die Sprecher problemlos untereinander verstehen können Jedoch werden sich die Sprachen durch den Zerfall Jugoslawiens vermutlich weiter differenzieren. Das Serbische wird mit dem kyrillischen oder mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, wobei beide Varianten gesetzlich erlaubt sind (Kyrillisch ist offizieller Standard). Die ersten belegten Zeugnisse des Serbischen stammen aus dem 12. Jh., sind jedoch stark vom Kirchenslawisch geprägt. Serbisch ist Amtssprache in Serbien und Montenegro und der Republik Srpska (Teilrepublik des Staates Bosnien und Herzegowina).

 Tamil

Tamil ist eine dravidische Sprache und ist Amtssprache in Tamil Nandu (Indien), Sri Lanka und Singapur. Die 25 dravidischen Sprachen waren vermutlich vor der Einwanderung der indoarischen Sprachfamilie neben Südindien auch in weiten Teilen Nordindiens verbreitet und gelten als einer der Ursprachen Indiens. Tamil ist seit dem 3. Jh. v. u. Z. als Schriftsprache belegt. Die dravidischen Sprachen unterlagen einer starken Beeinflussung durch die indoarischen Sprachen, die jedoch aus dem Tamil aufgrund nationalistischer Bestrebungen ausgeschieden wurden.

 Tschuwaschisch

 Tschuwaschisch entwickelte sich aus der Sprache der turksprachigen Bolgaren, die Ende des 10. Jh. ins Wolga-Kamma-Gebiet einwanderten und gehört somit zu den westlichen Turksprachen (bulgarischer Zweig). Durch die frühe Trennung und den Einfluss finno-ugrischer Sprachen weicht das Tschuwaschisch stark von anderen Turksprachen ab. Verschriftet wurde Tschuwaschisch Ende des 18. Jh. mit kyrillischen Buchstaben. Tschuwaschisch ist Amtssprache in der autonomen Republik Tschuwaschien (Russland) und wird noch in Tartastan, Baschkortastan (Baschkiristan), Kasachstan Usbekistan und der Ukraine von den tschuwaschischen Bevölkerungsteilen gesprochen

Türkisch

Türkisch gehört zu den (südlichen) Turksprachen der altaiischen Sprachfamilie. Das Türkische war ursprünglich eine Entwicklung aus verschiedenen oghusischen Dialekten, die osmanische Sprache. Sie wurde 1928 durch ein Volkstürkisch ersetzt. Das Osmanische wurde mit arabischer Schrift geschrieben und war im Zuge der Islamisierung stark vom Arabischen geprägt. Mit der Gründung der modernen Türkei wurde das arabische Alphabet durch das lateinische Alphabet ersetzt. Türkisch ist Amtssprache in der Türkei, Republik Zypern und Nordzypern, wird jedoch auch u. a. in Deutschland, Österreich, den Niederlanden. Schweiz, Griechenland, Mazedonien, Albanien, Iran, Bulgarien, Mazedonien, Turkmenistan und Australien gesprochen.

 Ukrainisch

Ukrainisch gehört zum Ostsslawischen Zweig der slawischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie) und wurde neben Russisch und Weißrussisch in der Kiewer Russ. im 9. Jh. gesprochen. Diese Sprachen hatten alle bis ins 14. Jh. eine gemeinsame Schriftsprache: Altostslawisch. Aus der vom 15. bis 18. Jh. benutzten ruthenischen Schriftsprache, die aus dem Altost-slawischen entstand, und der Volkssprache entwickelte sich eine eigene Schriftsprache, die neben dem Kirchenslawisch genutzt wurde. Im 19. Jh. gab es eine kurze Blüte der ukrainischen Literatur, die jedoch von Russland im gleichen Jahrhundert durch ein Publikationsverbot in Ukrainisch beendet wurde. Erst mit der Gründung der ukrainischen Volksrepublik 1918 besserte sich die Situation. Ukrainisch wurde Amtssprache und behielt diesen Status auch in der Sowjetzeit.

  Ungarisch

Ungarisch ist eine uralische, finno-ugrische Sprache. Die ältesten Schriftzeugnisse entstanden dem 13. Jh., eine ungarische Schriftsprache entwickelte sich seit Beginn des 16. Jh. Ungarisch, oder Madjar ist Amtssprache in Ungarn, Österreich (Burgenland), Slowenien und Serbien (Vojvodina)

 Walisisch

Walisisch, oder besser Kymrisch, ist die vitalste der britannischen Sprachen (inselkeltische Sprachen, indogermanische Sprachfamilie). Walisisch ist, außerhalb der Städte, noch Mehrheitssprache der Bevölkerung in großen Teilen Wales und wird als Muttersprache erlernt. Sie ist Amtssprache und Schulsprache.

Marti, R. (1996). Polyglotte : Zur Mehrsprachigkeit von Schriftstellern und ihrem Schrifttum und zu Sauerwein als vielsprachigem Schriftsteller. In Sauerwein - Girėnas - Surowin : II. Internationales Sauerwein-Symposium 21.-26. November 1995. Gronau (Leine) (pp. 51–75). Olms.